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Woyzeck

März 2023, wiederaufgenommen März 2024

Büchners Vorlage wurde durch zahlreiche Bezüge zur Gegenwart, wie Musik und zusätzliche Texte, erweitert. Aktuelle Studien zur Situation psychisch kranker Menschen und damit verbundenen Missständen wurden in das Stück eingearbeitet und durch die gezeigten Szenen kommentiert und untermauert.

AktEins nimmt unter der Regie von Lukas Gräfe, Pauline Naujoks und Bastian Hoßfeld die Problemfelder im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen in den Blick und verzichtet dabei auf Zwischentöne: Gespielt wird Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ in einer dramaturgischen Fassung von Lukas Gräfe als essayistische Mixed Media-Inszenierung. Hierbei werden klassisches Schauspiel, Videosequenzen, Musik und Bilder zu einem Gesamtwerk, in dessen Rahmen sich das Publikum auf die Spuren des unseriösen „Doctors“ begibt. Nach und nach wird es so Zeuge, wie Franz Woyzeck und seine Freundin Marie Zickwolf psychisch an der unzureichend gebildeten Gesellschaft, hilflosen Freunden und unzulänglicher medizinischer Versorgung zerbrechen. Georg Büchners Dramenfragment liefert hierfür nicht nur die Vorlage, sondern bleibt in seiner Sprachgewalt bestehen. Dabei werden immer wieder Bezüge zwischen den Fragmenttexten aus dem 19. Jahrhundert und der Situation psychisch Erkrankter heute hergestellt. Um dies zu verwirklichen, wurden bei der Erarbeitung des Konzeptes u.a. Studien und wissenschaftliche Artikel zum Thema psychische Erkrankung ausgewertet und in die Inszenierung eingebettet. Ermöglicht wurde dies insbesondere durch den fragmentarischen Charakter des Stückes. Dieser bietet nicht nur inhaltliche sondern auch inszenatorische Chancen: So werden Szenen in Relationen gesetzt, Figuren reflektiert dargestellt und Teile des Textes wiederholend referiert.

AKTZWO hat als freies Theaterkollektiv, welches die andernorts bereits erfolgreiche Idee des „Theater am anderen Ort“ in Jena realisieren will: Schauplatz und Bühne sollen in Ihrer Wirkung bereits zur Stückaussage beitragen. Durch den zugleich essayistischen Charakter und einer offenen Inszenierung ohne „vierte Wand“ wird das Publikum herausgefordert, sich mit eigenen Einstellungen gegenüber psychisch erkrankter Menschen und dem Umgang der Gesellschaft mit diesen - auch über das Stück hinaus - auseinanderzusetzen. Auch die Presse zeigte sich begeistert: https://www.thueringer-allgemeine.de/kultur/buehne/freie-buehne-jena-buechners-woyzeck-in-der-nervenklinik-id237783621.html



Künstlerische Leitung: Lukas Gräfe

Regie: Pauline Naujoks, Bastian Hoßfeld, Lukas Gräfe

Technische Produktion: Tilmann Lützner


Es spielten:

Bastian Hoßfeld – Franz Woyzeck

Pauline Naujoks - Marie Zickwolf

Sophia Teichert – Doctor

Simon Wörner – Herr Hauptmann

Ramona Künzel – Patientin 0

Eva Delwisch – Patientin

Sophie Weisse – Patientin

Lion Rakow – Patient

Lukas Sobota – Patient

sowie Torben Bunzenthal u.a.m.

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Impressionen

Gefördert durch

reCoVer Jena, Freie Bühne Jena

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