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Bestfleisch. Ein Horrorhaus

Aufführungstermine

Samstag 31. Oktober
15:00 Uhr Start des 1. Rundgang
16:30 Uhr Start des 2. Rundgang
18:30 Uhr Start des 3. Rundgang
20:00 Uhr Start des 4. Rundgang
Einlass jeweils 45 Minuten vor Beginn

Sonntag 01. November
15:00 Uhr Start des 5. Rundgang
16:30 Uhr Start des 6. Rundgang
18:00 Uhr Start des 7. Rundgang
Einlass jeweils 45 Minuten vor Beginn

Laufzeit

ca. 75 Minuten

Tickets

Der Eintritt ist kostenfrei über unsere Veranstaltungsseite könnt ihr im Voraus bereits Tickets holen. Aufgrund der begrenzten Gruppengröße empfehlen wir dies.

Veranstaltungssprache

Deutsche Lautsprache

Aufführungsort

Kulturschlachthof
Fritz-Winkler-Straße 2b
07743 Jena

Regie

Zoë Schubarth und Torben Bunzenthal

Textfassung

Torben Bunzenthal unter Mitarbeit des Ensembles

Ensemble

Nils Brüning (Bühnenbild)
Maria Bürger (Schauspiel)
Eva Delwitsch (Schauspiel)
Gesine Gransow (Schauspiel)
Lukas Gräfe (Gesang und Schauspiel)
Maschi Haumer (Make-Up, Schauspiel)
Helena Hummel (Tanz und Schauspiel)
Franka Jung (Kostüm, Schauspiel)
Felix Käßner (Kostüm, Bühnenbild)
Jonas Kuttig (Schauspiel, Kostüm, Sound)
Jakob Menkens (Schauspiel)
Marco Patrzek (Make-Up, Bühnenbild, Marketing, Kostüm)
Lion Rakow (Schauspiel)
Max Rohde (Film)
Jette Scholz (Schauspiel)
Moritz Schurt (Schauspiel)
Bastian Hoßfeld (Schauspiel, Bühnenbild, Kostüm)
Mona Wuttig (Schauspiel)
Sophie Weiße (Make-Up, Kostüm, Schauspiel)
Simon Wörner (Gesang, Marketing, Schauspiel)

Besonderer Dank für Förderung und Unterstützung gilt

Studierendenwerk Thüringen
Freie Bühne Jena
Kulturschlachthof Jena

Du bist, was du isst!

Du bist eingeladen zum Tag der offenen Tür des Schlachthofs „Bestfleisch“! In Kleingruppen erhältst du eine Privatführung durch den Betrieb. Die Tour beinhaltet unter anderem den Verkaufsshop, die Kantine und Einblicke in den Schlachtraum. Die Mitarbeiter:innen berichten bereitwillig von der Geschichte des Schlachthofs und den Folgen der Wende. Schließlich handelt es sich bei „Bestfleisch“ um ein echtes ostdeutsches Unternehmen! Allerdings stellt sich zunehmend die Frage, woraus das Fleisch hier überhaupt hergestellt wird…

Traust du dich?

„Bestfleisch“ ist ein Horrorlabyrinth mit mehreren immersiven Theaterszenen. In der Inszenierung werden die Folgen der Wende und der Massentierhaltung thematisiert – eine Hommage an den Künstler und Provokateur Christoph Schlingensief.

Einlass ist erst ab 18 Jahren gestattet. Besucher:innen unter 18 Jahren erhalten keinen Zutritt, auch nicht in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.
In den Showszenen gibt es mehrere Schauspieler:innen, die euch erschrecken werden!


Content-Note: „Bestfleisch“ ist leider nicht barrierefrei und somit für Rollstuhlfahrer:innen nicht geeignet. Während der Inszenierung müssen mehrere Treppen bewältigt werden und das Publikum muss während des Großteils der Inszenierung stehen.

Dieses Stück enthält potenziell belastende Inhalte, u. a.: - Darstellung und Thematisierung von Kannibalismus, Tierschlachtung und übergriffigem Verhalten sowie psychischer und physischer Folter. Es kommen zudem explizite Sprache, Beschreibungen unhygienischer Zustände (insbesondere in Schlachthöfen) sowie (teils drastische) Schilderungen von Verletzungen und Tod vor, insbesondere im Kontext von Tierleid/Tierquälerei. Außerdem behandelt die Inszenierung die Diskriminierung von Menschen ostdeutscher Herkunft.

Die Darsteller:innen werden mit dem Publikum interagieren. Vor Beginn des Stücks kannst du selbst entscheiden, ob du immer oder kaum mit einbezogen werden möchten.
Außerdem sind laute Geräusche, Nebel, Dunkelheit und Stroboskopeffekte Teil der Inszenierung.

Wenn du dich während der Aufführung unwohl fühlst: Du kannst den Rundgang jederzeit verlassen. Unser Awarenessteam hilft gern beim (Wieder-) Einlass oder bei einer kurzen Pause.

Eine ausführlichere Liste mit Content-Notes wird demnächst auf dieser Website und vor Ort bereitgestellt. Bei Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Hintergrund: Auch 37 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Begriffe „ostdeutsch” und „westdeutsch” politisch stark aufgeladen und mit Vorurteilen und persönlichen Prägungen verbunden. Die Debatten der vergangenen Jahre lassen die Frage aufkommen, ob es nach dem Mauerfall zu einer gelungenen Wiedervereinigung kam. Ursula Weidenfeld kam etwa 2024 in ihrem Buch „Das doppelte Deutschland“ zu dem Schluss, dass sich die deutsche Erinnerungskultur vorwiegend auf die BRD fokussiert. Die Geschichte der ehemaligen DDR sei vielen Menschen nur rudimentär bekannt und werde meist vom Ende, d. h. dem Untergang, erzählt. Die Geschichte der Bundesrepublik hingegen würde immer chronologisch von der Staatsgründung bis heute erzählt. Weidenfeld plädiert daher dafür, die Geschichte von BRD und DDR als sich gegenseitig beeinflussende Staaten zu erzählen, um zu verstehen, was Deutschland ist, und die heutige Verständigung zu erleichtern.
An dieser Stelle möchte die immersive Theaterinszenierung „Bestfleisch“ ansetzen. Was wissen die Einwohner:innen Jenas über die Geschichte der Stadt? Wie funktioniert das Zusammenleben von Menschen aus den alten und den neuen Bundesländern hier? Und inwiefern existieren die Kategorien „Ost“ und „West“ überhaupt noch in einer Stadt, in der rund ein Drittel der Bevölkerung jünger als 27 Jahre ist?
Behandelt werden diese Fragen in einer Hommage an den Künstler Christoph Schlingensief (1960–2010). Dieser hatte 1990 den Film „Das deutsche Kettensägenmassaker“ gedreht, der satirisch die Folgen der Wende thematisiert. In „Bestfleisch“ wird diese Idee aufgegriffen, jedoch kommt es zu einem Perspektivwechsel. Schlingensief betrachtete die Folgen der Wende vor allem aus der Perspektive der ehemaligen BRD und ließ die Handlung hauptsächlich im „Westen“ spielen. Nun soll der Fokus jedoch auf dem „Osten“ liegen. Wie sehen die Folgen der Wende aus? Welche ungelösten Traumata existieren noch heute?
Dieses Thema wird formal in der Ästhetik des Horrorhauses behandelt. Aufführungsort ist der Kulturschlachthof in Jena. An dieser Stelle befand sich zur Zeit der DDR ein tatsächlicher Schlachthof, in dem bis 2012 wöchentlich 4.000 Schweine und 200 Rinder geschlachtet wurden. 2013 kam es jedoch zur Insolvenz und seit 2016 wird der Standort zum soziokulturellen Zentrum umgebaut. In der Inszenierung wird die Geschichte dieses konkreten Ortes in ein fiktives Stationendrama verwandelt. Dabei wird auch das Debattenthema des Fleischkonsums aufgegriffen.
Die Besucher:innen erhalten in Gruppen eine Privatführung durch den Schlachthof „Bestfleisch“. Unter der Leitung der Pressechefin werden einzelne Stationen besucht. In kleinen Showszenen werden dort die Folgen der Wende und die Geschichte des Schlachthofs vermittelt. Diese Szenen wurden kollektiv mit den ehrenamtlichen Schauspieler:innen erarbeitet. Grundlage sind dabei u.a. Figuren aus dem Horrorfilmgenre, Sachtexte und historische Quellen. Während der Inszenierung stellt sich zunehmend die Frage: Woraus ist das Fleisch hier überhaupt hergestellt? Die Beantwortung dieser Frage führt zu einem gruseligen Finale in Form eines Labyrinths mit mehreren Erschrecker:innen.

Regeln für den Besuch:
Das Betreten der Räumlichkeiten erfolgt auf eigene Gefahr.
Einlass wird erst ab 18 Jahren gewährt.
Personen unter Alkohol- und Drogeneinfluss werden nicht hereingelassen.
Bestfleisch ist nicht für Schwangere geeignet.
Rassistische, sexistische und diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen werden nicht geduldet.
Den Anweisungen des Personals ist unbedingt Folge zu leisten.
Während des Rundgangs ist das Rauchen sowie der Verzehr von mitgebrachten Speisen und Getränken untersagt.
Das Mitführen von Tieren ist nicht gestattet.
Achten Sie auf Ihre mitgeführten Gegenstände wie Taschen und Jacken. Bei Verlust kommen wir nicht für die Erstattung auf.
Mutwillige Verschmutzungen, Beschädigungen oder die missbräuchliche Nutzung der Räumlichkeiten sind nicht gestattet.
Foto- und Videoaufnahmen während des Rundgangs sind nicht erlaubt.
Das Berühren und Nutzen der Einrichtungsgegenstände ist nur nach Anweisung des Personals gestattet.
Das Berühren unseres Personals ist untersagt.
Das selbstständige Öffnen von Türen ist untersagt.
Elektronische Geräte müssen während der gesamten Attraktion ausgeschaltet bleiben.
Nicht erlaubt ist die Mitführung von:
- Gas, explosiven Gegenständen und waffenähnlichen Gegenständen,
- Rauschmitteln aller Art,
- großen Regenschirmen,
- Feuerwerkskörpern,
- Masken und Kostümen,
- Taschenlampen und Fahrradlampen jeglicher Art,
- Megafonen, Musikinstrumenten, Musikboxen etc.

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